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Die [ A.I.R. ]
stellt sich vor. . .

Wir sind eine Gruppe von
Jugendlichen, die sich im August 2003 gegründet hat. Warum?
Nun, um einen Anlaufpunkt für Jugendliche zu schaffen, die sich linkspolitisch
informieren und engagieren wollen. Denn unserer Meinung nach laufen in dieser
Gesellschaft viele Sachen so ungerecht, dass wir nicht bereit sind, sie weiter
hinzunehmen.
Doch sollte man nicht erstmal "vor seiner eigenen Haustür" anfangen?...
Schauen wir uns doch mal "unseren tollen" Bezirk Reinickendorf an: in
regelmäßigen Abständen sitzen die Rechtspopulisten der REPs in der BVV, die
Partei Rechtsstaatliche Offensive ist dabei, sich auf bezirklicher Ebene zu
formieren und auch die Nazi-Glatzen in Heiligensee sind nicht gleich
verschwunden, nur weil sie nicht mehr wöchentlich in den lokalen Blättern
erscheinen.
Auch auf parlamentarischer Ebene sieht es nicht gerade rosig aus. In der BVV
dominiert die extrem konservative CDU und auch die vermeintliche Opposition ist
keine Opposition, da insbesondere die SPD in eine Rolle verfallen ist, die eher
einer Kopfnicker- Fraktion gleicht und so gut wie keine Kritik an den CDU-
Beschlüssen äußert.
So wurden beispielsweise Jugendeinrichtungen geschlossen, den Jugendlichen also
der Freiraum genommen sich fernab der Leistungsgesellschaft frei entfalten zu
können und sich eine eigene, kritische Meinung zu bilden. Der Wegfall dieser
Einrichtungen kann auch nicht von anderen staatlichen Institutionen, wie z.B.
der Schule aufgefangen werden, sie können den notwendigen Freiraum nicht bieten.
Stattdessen wird ein egoistisches Jeder-gegen-Jeden-Lebensprinzip vermittelt,
bei dem lediglich Leistung und nicht der Mensch als Individuum im Vordergrund
steht.
Und auch auf landespolitischer Ebene, in Berlin, läuft sozialpolitisch einiges
verquer. Der Rot- Rote Senat kürzt die Bildungsperspektiven der Stadt ad
absurdum, es werden flächendeckend Kitagebühren eingeführt,
Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche werden konsequent weggespart.
Doch dies kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist der gesamte Staat BRD
pleite. Angeblich.
Mit der Agenda 2010 wird ein politischer Sozialkahlschlag auf bundespolitischer
Ebene verordnet, wie ihn die BRD so noch nicht gesehen hat. Es wird sich nun
endgültig von den letzten noch verbliebenen sozialen Errungenschaften der
Marktwirtschaft verabschiedet, und dies auf Kosten der "kleinen Leute".
Und wie sieht es mit dem angeblich so friedensliebenden Deutschland aus?
Zu Zeiten des Irakkrieges waren Regierung und Medien bemüht, stets die
Nichtbeteiligung Deutschlands an diesem Krieg hochzuhalten. In unseren Augen
heißt Nichtbeteiligung, jegliche Unterstützung zu verweigern, egal, ob aktive
oder passive. Egal, ob wirtschaftliche, logistische oder militärische. So hat
z.B. Deutschland keinerlei Überflugsrechte für Militärflugzeuge in Frage
gestellt, und auch die großen Militärbasen und das Krankenhaus in Rammstein
standen den US- Militärs uneingeschränkt zur Verfügung. Kriege werden zunehmend
um wirtschaftliche Standorte geführt, wie z.B. um die Ölpipeline durch
Afghanistan. Doch dies wird unter der Hand verhandelt. Der breiten
Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, die westliche Demokratie sei in Gefahr, und
bedürfe Schutz. Die Bekämpfung des weltweiten Terrorismus wird als
Rechtfertigung für militärische Operationen und Interventionen benutzt. Auf
billigste und schamloseste Weise wird mit der Angst und den Emotionen der
Menschen gespielt.Die Nutznießer dieser Kriege sind die global agierenden
Großkonzerne. Doch nicht nur die Rüstungsindustrie, sondern auch Firmen, die am
Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur beteiligt sind, machen mächtig Gewinn.
Krieg als Exportware.
Krieg ist jedoch nur eines der hässlichen Szenarien, wahrscheinlich das
Hässlichste, die der Kapitalismus produziert.
Zum Beispiel werden in der EU Lebensmittel verbrannt oder ins Meer gekippt, um
den Marktpreis stabil zu halten, während in anderen Teilen der Welt Menschen
verhungern und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Dieser Wahnsinn wird
uns als normal verkauft.
Der Fernseher suggeriert uns ein schönes Leben und die Werbung bringt uns dazu,
Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen. Es werden künstlich Bedürfnisse
geschaffen, die anschließend durch die Produkte entsprechender Firmen gestillt
werden. Nachrichten werden sorgfältig ausgewählt, es wird ausgesucht, was
gesendet wird und was nicht. Doch nach 8 Stunden Arbeit ist es nicht so einfach,
sich gegen solche Dinge mündig zu wehren, und schließlich ist es auch bequemer,
das zu fressen, was einem vorgesetzt wird. Die Gesellschaft wird zunehmend in
allen Bereichen leistungsorientierter strukturiert. Jeder Bereich arbeitet wie
ein wirtschaftliches Unternehmen und ist zunehmend mehr an den Gewinnbilanzen
als an den zu betreuenden Menschen interessiert. Es wird suggeriert, dass dieser
Zustand völlig normal wäre. Dass es nötig wäre, immer mehr arbeiten zu müssen
und dafür immer weniger Geld zu bekommen. Im kapitalistischen Verwertungsprozess
verliert der Mensch jede Bedeutung.
Diese Gesellschaft kann nicht die unsere sein, deswegen sind wir der Meinung,
dass Widerstand nötig ist! Des Weiteren sind wir der Ansicht, dass es nix
bringt, alleine zu Hause vor der Glotze zu sitzen und den Kapitalismus
anzuschreien. Nur in einer Bewegung wird man gehört und kann Dinge entscheiden
verändern. Du bist nicht allein!
Wir denken, dass es auch anders geht, in einem Leben fern von Konkurrenz,
Verwertungslogik, Sexismus und Rassismus. Dies versuchen wir als Gruppe durch
verschiedenste Aktionen auf die Straße und in die breite Gesellschaft zu tragen.
So haben wir z.B. eine Gegenkundgebung zu einer Demonstration der
rechtspopulistischen Partei Rechts-staatliche Offensive organisiert, haben uns
im Bündnis der Silvio-Meier-Demo engagiert, ein Wochenendseminar zu ausgesuchten
politischen Inhalten besucht. Wir sind Mitherausgeber der regelmäßig in
Reinickendorf erscheinenden linkspolitischen Jugendzeitung AGIT- [Die zweite
Generation], arbeiten mit der Initiative gegen das Chip-kartensystem zusammen
und planen Aktionen in Reinicken-dorf, wie z. B. ein antirassistisches Einkaufen
(siehe auch AGIT- [Die zweite Generation]02/04 - Rassismus hat viele Gesichter).
Außerdem beteiligen wir uns am Bündnis für die 1. Mai- Demo in diesem Jahr.
Auf unseren Treffen schaffen wir aber auch Raum für politische Diskussionen, die
vielleicht gerade nichts mit unserer Arbeit zu tun haben, aber trotzdem von
Interesse sind. Auch der soziale Zusammenhalt soll dabei nicht unter den Tisch
fallen, so gehen wir zusammen auf Partys, ins Theater/Kino oder fahren zusammen
auf Gruppenfahrt.
Auch das im Sommer im vierten Jahr erneut stattfindende Wiesenkonzert auf der
Insel in Tegel wird von uns mitorganisiert.
Wenn auch du dich jenseits
dieser konsumgeilen Egogesellschaft engagieren willst, komm doch einfach mal
vorbei…
Du bist nicht schuld, dass die Verhältnisse so sind, wie sie sind, du bist nur
schuld, wenn sie so bleiben.
Antifaschistische Initiative Reinickendorf [A.I.R], 2004
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